6a
3. Schulaufgabe aus dem Deutschen
am 19.02.2002

Unfall auf dem Schulweg
(Bericht)




(Name)

Fakten:

Ort: Max-Planck-Straße in Straubing
Zeit: Heute, 07:40 Uhr
Unfallbeteiligte: Franz Stark, 6. Klasse, mit dem Fahrrad
Horst Schnell, 13. Klasse, mit seinem Auto
Zeugen: Susi Süß, 5. Klasse, und Werner Müller, 8. Klasse

Aufgabe:
Verfasse für die Unfallversicherung einen Bericht, der sich auf die Aussagen der Zeugen stützt! Halte dich dabei an die in der Schule geübte Form des Berichts! Die Arbeitszeit beträgt 60 Minuten. Viel Erfolg!

Zur Orientierung:

Zeugenaussagen:
Susi Süß: "Ich ging gerade die Max-Planck-Straße entlang, an der Schule für Lernbehinderte vorbei, in Richtung Ludwigsgymnasium. Franz aus der 6b überholte mich auf dem Radweg. Er hatte es wohl sehr eilig. In der Kurve vor der Schule, wo dummerweise der Radweg aufhört, hat ihn der Schwung zu weit in die Straßenmitte getragen, da krachte er gegen den Mini, der plötzlich von rechts auftauchte."

Werner Müller: "Ich stand an der Bushaltestelle vor dem Luggy und wartete auf meinen Freund, als ich sah, wie ein dunkles, kleines Auto mit quietschenden Reifen aus der Humboldtstraße nach rechts abbog. Der Fahrer wollte wahrscheinlich den anderen Schülern vor dem Luggy imponieren, indem er so aufs Gas drückte. Jedenfalls wollte er in einem Affenzahn die Kurve der Max-Planck-Straße schneiden, als wie aus dem Nichts ein Radlfahrer auftauchte. Bremsen quietschten, Glas klirrte, alle schrien - viele Schüler bildeten sofort einen Kreis um die Unfallstelle."


Beispielaufsatz

Am Dienstag, den 19.02.2002, ereignete sich gegen 07:40 Uhr in der Max-Planck-Straße in Straubing ein Verkehrsunfall. Zwei Schüler waren daran beteiligt. Es entstanden Sachschäden und ein Schüler musste ins örtliche Klinikum St. Elisabeth eingewiesen werden.

Wie jeden Morgen zwischen halb acht und zehn Minuten vor acht Uhr war auch an diesem kalten Tag im Februar kurz vor Schulbeginn reger Verkehr in der Max-Planck-Straße. Schüler strebten eilends dem Ludwigsgymnasium zu, weil sie vor Unterrichtsbeginn noch etwas erledigen wollten, spät dran waren oder, wenn sie mit dem eigenen Pkw kamen, einen der wenigen Parkplätze in Schulnähe ergattern wollten. So fuhr auch der Schüler Franz Stark aus der Klasse 6b mit seinem Mountainbike so schnell er konnte zur Schule. Er kam aus der Stadtmitte, bog links in die Max-Planck-Straße ein und benutzte vorschriftsmäßig den Radweg. Auf der Höhe der Schule für Lernbehinderte musste er bremsen, da einige Schüler den Zebrastreifen benutzten, um die Straße zu überqueren. Ungeduldig trat er danach wieder in die Pedale, denn er musste mit dem Rad erst ganz um das Ludwigsgymnasium herumfahren, um es dann in den Fahrradhallen an der Rückseite des Gebäudes abzustellen. Susi Süß, die Zeugin des Unfalls wurde, sagte später der Polizei, dass sie kurz nach der Schule für Lernbehinderte von einem Jungen aus der sechsten Klasse überholt wurde, der sich auf seinem Fahrrad aufrichtete, um kräftiger treten zu können. Franz war ein sportlicher Schüler, der sein Stahlross schnell beschleunigen konnte. Kurz vor dem Knick der Max-Planck-Straße schaltete er in den dritten Gang. Er überlegte noch, dass es von der Stadt Straubing unverantwortlich sei, ausgerechnet in einer Biegung vor einer Schule, wo oft viel Verkehr herrscht und die Straße enger wird, den Radweg enden zu lassen, als er sich zur Seite legte, um sich vom Schwung in die Kurve tragen zu lassen.

Unterdessen befand sich der Kollegiat Horst Schnell mit seinem Mini auf Parkplatzsuche. Zweimal hatte er das Gymnasium bereits umrundet ohne einen geeigneten Stellplatz für seinen kleinen Wagen zu sehen. Allmählich wurde ihm die Zeit knapp, denn er sollte in der ersten Stunde eine Klausur schreiben und wollte deshalb mit einem Mitschüler etwas besprechen. Da seine Gedanken nicht ganz auf den Straßenverkehr gerichtet waren und er es eilig hatte, achtete er nicht auf den Tachometer. Etwas zu schnell nahm er die Einmündung der Humboldtstraße in die Max-Planck-Straße. Werner Müller aus der Klasse 8a, der an der Bushaltestelle auf einen Freund wartete, sagte später aus, dass er die Reifen des schwarzen Minis habe quietschen hören. Dann habe er beobachtet, wie dieses Auto auf dem kurzen geraden Stück vor den Bushaltestellen mit aufheulendem Motor beschleunigt habe. Der junge Fahrer, der nicht gleich wieder bremsen wollte, musste die Kurve anschneiden, als plötzlich aus der Gegenrichtung ein Radfahrer auftauchte, der sich, weil der Radweg dort aufhörte, mitten in der Straße befand. Werner konnte noch sehen, wie der Radfahrer sich vor Schreck nach rechts fallen ließ, bevor der entgegenkommende Mini das Rad erfasste und 20 Meter weit mitschleifte. Der Mini habe so bald es ging angehalten, sagte Werner, während Franz unbeweglich auf der Straße gelegen habe. Frau Sauer, eine Lehrerin, die gerade zur Schule kam, verständigte sofort über ihr Handy Polizei und Notarzt und eilte dann dem am Boden liegenden Schüler zu Hilfe. Der Schock hatte ihn offenbar bewusstlos gemacht. Eine Minute später traf schon ein Einsatzwagen des Roten Kreuzes von der nahe gelegenen Rettungsleitstelle ein. Der Doktor stellte fest, dass nichts gebrochen war, aber Franz stand unter Schock und musste sicherheitshalber ins Krankenhaus gebracht werden. Dort wurden auch seine Schürfwunden an den Händen und die Prellungen am rechten Oberarm behandelt. Als wenig später die Polizei eintraf, wurden die Personalien von Horst Schnell festgestellt. Für ihn wird der Zusammenstoß noch ein Nachspiel haben, denn er war in der Tempo-30-Zone und noch dazu vor einer Schule viel zu schnell und zu unvorsichtig gefahren.

Für die beiden Zeugen des Unfalls, Susi und Franz, begann der Unterricht an diesem Tag 15 Minuten später, bis sie ihre Aussagen gemacht hatten. Die Polizei stellte anschließend das völlig demolierte Fahrrad von Franz sicher. Horst versprach, den Schaden in Höhe von voraussichtlich 300 Euro wieder gut zu machen. Die Kratzer an seinem eigenen Auto musste er selbst reparieren lassen.